Our house - history

Der Neubau 1959/60 (der rechte Anbau war lange Zeit ein vermieteter Lebensmittelladen)

45 Jahre später im Jahre 2004

 

Wie kommt es zu dem Haus?

Das Haus ist praktisch das Lebens-Werk meiner Mutter. Sie entstammt aus äußerst bescheidenen Verhältnissen (Dorfarmut im Spessart, 12 Kinder). Im Krieg arbeitete sie als Postbotin in Giessen und wurde im Seltersweg ausgebombt. Nach dem Krieg machte sie Schwarzmarktgeschäfte mit den Amis. Dadurch konnte sie sich einiges zur Seite legen, 1000 DM, die sie 1950 für eine Wurstbude im Seltersweg investierte.

In den 50er Jahren wurde ungeheuer viel gebaut und viele wünschten sich ein Eigenheim. So lag es auf der Hand, das im Wurstbudchen verdiente Geld in die Bausparkasse (Wüstenrot) einzuzahlen, um sodann ein Haus zu bauen. 1956 erwarb sie einen Bauplatz am Rande von Giessen, wo damals noch Äcker waren. 1958 wurde mit dem Rohbau begonnen und 1959/60 konnten wir beide einziehen. Ein großer Teil des Hauses wurde vermietet, um die Schulden abzutragen und um das Haus weiter einzurichten.

Im Laufe der Zeit, vor allem Anfang der 70er Jahre, wurde viel umgebaut, und neu angelegt, da meine Mutter zu der Zeit mit einem fähigen Bauhandwerker befreundet war, mit dem sie gemeinsam bis in die Nacht hinein herumwerkelte, sodaß unsere Nachbarn schon anfingen sich zu beschweren und juristische Briefe wegen der Lärmbelästigung zu schreiben .

Ihre eigentliche Leidenschaft und künstlerische Fähigkeit entfaltete sie jedoch mit dem Garten. In immer neuen Versuchen und Irrtümern, Neupflanzungen, Umpflanzungen, Kultivierung des Rasens, Steingarten anlegen, Solnhofener Platten legen, Terrasse anlegen usw. gelang es ihr in dreißigjähriger Arbeit ein vollkommenes Werk zu schaffen, an dem wir nichts Wesentliches ändern wollen und können. Es ist einfach perfekt und wir können es nur in den Details auf unsere Weise achtungsvoll weiterführen.

Im Krankenhaus, Anfang 1995, überschrieb mir meine Mutter notariell das Haus (“das hätte ich schon früher machen sollen”). Nicht lange danach starb sie allerdings in der Klinik. Nach dem Tod meiner Mutter begannen wir selber sehr viel zu renovieren und umzubauen. Vorher, noch zu Lebzeiten meiner Mutter, hatten wir, ich und Barbara, schon das Dach abisoliert und mit Profilbrettern ausgebaut, die Anbau-Wohnung mit Profilbrettern verkleidet und abisoliert und unsere Terrasse im ersten Stock überdacht (teils per Firma, teils von uns selber). Nebenbei noch die Mieterzimmer und die Wohnung meiner Mutter teilweise renoviert in Eigenarbeit. Die Garage tipp topp eingerichtet für unsere Mopeds, Werkzeuge etc. Einen Keller für  Holz, Farben Fahrräder inklusive Werkzeuge und sonstige Materialien eingerichtet. Eine hypermoderne Zentralheizung für das Haus installieren lassen. Doch nun, nach dem Tod meiner Mutter, wurde das Haus in Eigenregie neu gestrichen. Die Anbau-Wohnung wurde von einer Firma mit einer neuen Fensterfront versehen,  von uns selber gründlich renoviert und von einer anderen Firma eine überdachte Terrasse hinten dran gebaut. Die Parterre-Wohnung, die früher meine Mutter bewohnte, wurde in Eigenarbeit aufwendig renoviert und chic eingerichtet, unsere Terrasse im ersten Stock ganz neu gemacht (teils von uns selber, teils von Firmen), die Solnhofener Platten der Parterre-Terrasse und rund ums Haus von uns ausgebessert und soweit es ging zum Strahlen gebracht, ein Fahrradtempelchen in Eigenregie für die Mieter errichtet, der Keller inklusive Kellertreppen und das Hällchen gefliest (es dient als Gartengeräteschuppen und bis 2005 als Katzenwohnung), der Platz zwischen Haus und Garage von einer Firma postmodern überdacht (Barbaras Vater machte die Architektenpläne), der Werkzeugkeller (aber es ist nicht nur Werkzeug, Maschinen, Schrauben usw. drin, auch Lebensmittel, Wein, ein Kaminofen) gleichzeitig als Partykeller mit den schönen Möbeln meiner Mutter eingerichtet, zahlreiche Regale montiert (man kann gar nicht genug davon haben!) und vieles, was marode war, wurde ausgebessert und manches, was nicht mehr den Ansprüchen genügte wurde ersetzt oder erweitert, z.B. die Elektroinstallation und der Zählerkasten, oder eine Satelliten-Empfangsanlage für die Hausbewohner wurde installiert. So kommt eines zum Anderen und nebenher noch tausend Detailarbeiten.

 

 

Das Haus 1960 von der Hinterseite.

Der Giebel ist mit Holz verkleidet. Später wurde das Holz mit Eternitplatten überdeckt wegen des Pflege-Aufwandes, den das Holz im Laufe der Jahre erfordert hätte. Manchmal liebäugele ich mit dem Gedanken, das Holz wieder freizulegen. Aber da wir nicht im Lotto spielen, erübrigt sich das. - Übrigens kann man zwischen unserem und dem Nachbarhaus erkennen, daß die Wohnblocks der gegenüberliegenden Straßenseite noch im Rohbau stehen.

 

 

Das Haus von hinten im März 2007

 

 

 

 

 

 

1960 - Garten im Schnee

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Garten im Sommer 1960

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Garten im Sommer am Morgen (2005). Es ist die südlich-leicht westliche Blickrichtung analog zu den letzten beiden obigen Schwarz-Weiß-Fotos. Der Gartenzaun existiert noch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[Homepage von Aulbachs] [wir beide >>>] [25 Jahre zusammen] [Kater + Hase] [Our house - history] [Impressionen Haus] [Impressionen Garten] [Impressionen Wohnung] [Impressionen Terrasse] [Arbeiten am Haus] [unsere Zündapp-Mopeds]